Der Übergang von der Schule in das Berufsleben vollzieht sich für die Schülerinnen und Schüler der beteiligten Partnerschulen und –länder (Deutschland, Luxemburg, Tschechien, Polen, Slowakei und Österreich) in unterschiedlicher Weise.

Das Sokrates-Comenius-Projekt „START – Berufseinsteiger im europäischen Vergleich“ (2005 bis 2008) setzte sich zum Ziel, diesen Übergang vom Schul- in das Berufsleben exemplarisch an einzelnen Schülerbiographien in den jeweiligen Partnerländern zu erkunden, die länderspezifischen Ergebnisse auszutauschen und auf dieser Grundlage, Gleichheiten und Differenzen zu erfahren.

Die Projektergebnisse waren u.a. Interviews und Videos, welche die Schulabgänger bei dem Start in das Berufsleben begleiten und ihnen europaweite Tipps und Hilfestellungen für Bewerbungen innerhalb und außerhalb des eigenen Landes zur Verfügung stellen. Die Ergebnisse waren auch unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten zu analysieren.

Für die Projektteilnehmer ergibt sich hieraus eine qualifiziertere Sicht auf die eigene zukünftige Berufswelt. Insbesondere fördert die Beschäftigung mit den unterschiedlichen Rahmenbedingungen des Berufseinstiegs ein tieferes Verständnis für die Lebens- und Arbeitssituation von gleichaltrigen Jugendlichen in den Partnerländern, hilft Vorurteile abzubauen und eröffnet neue Handlungsperspektiven, eine Ausbildung oder Arbeit in den europäischen Partnerstaaten aufzunehmen.

Ein besonderer Akzent dieses Projekts lag in der Ost-West-Kooperation. Schulen, die über mehrere Jahre erfolgreich Comenius-Projekte gemeinsam durchgeführt haben (Wien, Ettelbruck, Bielefeld), helfen Partnerschulen aus den EU-Beitrittsländern (Bratislava, Danzig, Opava) bei der ersten Durchführung eines solchen Projektes. Über diese erste Zusammenarbeit können weitere gemeinsame Aktivitäten in Gang gesetzt werden (Lehreraustausch, Schüleraustausch, Vermittlung von Praktikantenplätzen für Schüler, Klassen-/Studienfahrten, Fremdsprachenprojekte etc.).

Die Schülerinnen und Schüler untersuchten ausgewählte Gesichtspunkte der Berufswelt von Berufsanfängern. Die ausgewählten Fragestellungen sowie die regionalen Ergebnisse wurden mit den Partnern ausgetauscht, (E-Mail-Kontakt und/oder Schüleraustausch). Als Präsentation erfolgte eine vergleichende Darstellung der untersuchten Startbedingungen während des Berufseinstiegs in allen Partnerschulen.

Folgende Fragestellungen wurden untersucht

  • Wie gestaltet sich das Bewerbungsverfahren des Berufsanfängers?
  • Welche Qualifikationen werden von Berufsanfängern gefordert (hard und soft skills)?
  • Wie sieht ein typischer Tag im Büro aus?
  • Wie hoch ist die Vergütung in Relation zum regionalen Preisniveau und in Relation zum Durchschnittseinkommen?
  • Wie setzt sie sich zusammen (Brutto- Nettolohn/Lohnnebenkosten, Soziale Sicherung)?
  • Welche Sozialleistungen werden vom Arbeitgeber angeboten?
  • Wie sieht der Arbeitsplatz des Berufsanfängers aus?
    - technische Ausstattung
    - Art des Büros (z.B. Großraum)
  • Welche Aspekte des Berufslebens werden im Vergleich zum „Schulleben“ besonders geschätzt – welche als besonders negativ empfunden?
  • Mit welchem Transportmittel kommt man zum Betrieb?
  • Wie lang ist die Arbeitszeit? Welcher Zeitaufwand ist für den Weg zum Arbeitsplatz nötig?

Schüleraktivitäten / Methodik

  • Begleitung und Interviews von Schulabgängern / Berufseinsteigern
  • Fragebögen an Schulabgänger
  • Videomitschnitte (O-Ton und –Bild (exemplarisch)) der durchgeführten Interviews

Informationsbeschaffung über die Rahmenbedingungen

  • Internetrecherche
  • Arbeitsämter
  • Wirtschaftsförderungsinstitute, Kammern und Verbände
  • Unternehmenserkundungen/Unternehmensbroschüren
  • Zeitungen
  • Archive
  • Interviews
  • vor und während Klassen-/Studienfahrten/internationalen Begegnungen zu den beteiligten Partnerschulen
  • für virtuelle Klassenpartnerschaften zwischen den Partnerschulen
  • als E-Mail-Projekt als Teil eines Projektunterrichts
  • über Lernplattformen – (Selbstständiges).

Präsentation

  • Handouts
  • Projektdokumentation
  • Videofilm
  • Interview- und Fragebogenauswertung in PowerPoint
  • Darstellung auf den Web-Seiten der Partnerschulen

Projektbetreuung:
Mag. Eva Authried
Mag. Gabriele Holzweber